Wer die Landessportschule Albstadt betritt, begegnet künftig einem besonderen Stück württembergischer Sportgeschichte. Bundes- und Landestrainer Dieter Maute hat der Landessportschule eine Sammlung historischer Ausstellungsstücke aus drei Generationen der Familie Maute zur Verfügung gestellt. Die neue Vitrine verbindet die Geschichte der Landessportschule mit der Entwicklung des Kunstradsports und dokumentiert eindrucksvoll, wie eng beides über Jahrzehnte miteinander verwoben ist. Die Landessportschule möchte mit der Vitrine dem Kunstradsport mehr Sichtbarkeit verleihen und auf dessen lange und erfolgreiche Tradition in Albstadt aufmerksam machen.
Die Landessportschule Albstadt wurde 1950 gegründet und entwickelte sich in den vergangenen 75 Jahren zu einem der bedeutendsten Bildungs- und Trainingszentren des Württembergischen Landessportbundes. Seit vielen Jahren ist sie Landesleistungszentrum und Landesstützpunkt für den Kunstradsport. Ca. 50 Mehrtagesmaßnahmen für Landes- und Nachwuchskader, sowie die Maßnahmen der deutschen Nationalmannschaft werden hier jährlich durchgeführt. Die hervorragenden Trainingsbedingungen, welche unter der Regie vom damaligen Landestrainer Manfred Maute ausgebaut wurden, macht die Landessportschule zur modernsten Trainingsstätte für den Kunstradsport weltweit.
Manfred Maute, der 1968, 1971 und 1972 dreimal Weltmeister wurde, übernahm 1974 das Amt des Landestrainers und begann mit dem systematischen Kaderaufbau, der Erarbeitung von methodischen Trainingsreihen zur systematischen Entwicklung vom Anfänger bis zur Weltspitze und der Schulung der Vereinstrainer in Baden-Württemberg. Im Jahr 1986 wurde er zum ersten hauptamtlichen Trainer im Kunstradsport.
Sein Wirken beschränkte sich dabei nicht nur auf den Raum Baden-Württemberg. Im Auftrag des Weltradsportverbandes UCI leitete Manfred Maute über viele Jahre internationale Trainer- und Athletenlehrgänge an der Landessportschule. Ende der 90iger Jahre erstellten Manfred und Dieter Maute Lehrfilme, welche von vom internationalen Radsportverband (UCI) als offizielles Lehrmaterial anerkannt wurden. 
Im Jahr 2003 ging Manfred Maute in den Ruhestand als Landestrainer, begleitet jedoch über lange Zeit seinen Nachfolger und Sohn Dieter. Dieser wurde im selben Jahr Landestrainer und gleichzeitig auch Bundestrainer beim Bund Deutscher Radfahrer (heute German Cycling). Unter Manfred Maute holten Baden-Württembergische Sportler/*innen ca. 50 Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften. Davon könnte Dieter Maute 5 Weltmeistertitel einfahren.
Die beiden überarbeiteten 2006 und 2007 gemeinsam die methodischen Trainingsreihen aufgrund einer großen Reglementreform des internationalen Radsportverbands (UCI), und schulten in speziellen Veranstaltungen die Kunstradsporttrainer in Baden-Württemberg.
Als Bundes- und Landestrainer setzte Dieter Maute die Erfolgsgeschichte baden-württembergischer bzw. deutscher Sportler*innen fort. Insgesamt konnte er, bis ins Jahr 2025, seine eigenen fünf WM-Titel eingerechnet, 100 Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften feiern.
Gleichzeitig engagierte er sich maßgeblich für die Weiterentwicklung der Trainingsbedingungen an der Landessportschule. Moderne Trainingshilfen, technische Innovationen und bewährte methodische Lernwege, für die schwierigsten Übungen, tragen seine Handschrift.
Mit der Arbeit der Familie Maute entwickelte sich die Landessportschule Albstadt zum bedeutendsten Ausbildungszentrum des internationalen Kunstradsports. Früh als Landesleistungszentrum und Landesstützpunkt anerkannt, wurde Albstadt 2002 offiziell als Landesleistungszentrum mit Bundesnutzung. Wenige Jahre später folgte die Auszeichnung als Regionales Spitzensportzentrum Kunstradsport. Gleichzeitig erhielt der Standort internationale Anerkennung als Ausbildungsstätte der UCI.
Mit Max Maute setzte inzwischen bereits die dritte Generation diese außergewöhnliche Verbindung zum Kunstradsport fort. Im Jahr 2015 und 2016 wurde er Vize-Europameister bei den Junioren und 2021 holte er in der Porsche-Arena in Stuttgart den Vizeweltmeistertitel. Damit spannt sich ein Bogen über mehrere Jahrzehnte, in denen die Familie Maute den Sport sowohl auf dem Rad als auch neben der Fläche entscheidend mitgestaltet hat.
Die ausgestellten Exponate spiegeln diese Erfolge über drei Generationen eindrucksvoll wider. Zu sehen sind Erinnerungsstücke aus verschiedenen Epochen des Kunstradsports wie z.B. die EM-Medaille von Max Maute und Bild Max Maute, die WM-Regenbogentrikots von Manfred und Dieter Maute, Europameister-Trikots, die WM-Medaillen 1971 und 1972 von Manfred Maute, den WM-Pokal aus 1995 von Dieter Maute sowie viele weitere Erinnerungsstücke.
Die Vitrine, die Bilder und Texte sind deshalb weit mehr als eine Sammlung historischer Gegenstände. Sie ist ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für Menschen, die den Kunstradsport über Jahrzehnte geprägt haben und erinnert gleichzeitig an die enge Verbindung zwischen der Landessportschule Albstadt und einer Sportart, die hier seit Generationen eine Heimat gefunden hat.
Auch die aktuelle Spitze des Kunstradsports findet neben der Vitrine seinen Platz. Philipp Rapp, derzeit die Nummer eins der Welt im Kunstradsport, ist dort mit seinem Europameistertrikot und der dazugehörigen Europameistermedaille vertreten. Damit schlägt die Ausstellung eine Brücke von den historischen Wurzeln des Kunstradsports bis hin in die heutige Zeit.
So verbindet die Ausstellung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie würdigt das Lebenswerk von Manfred und Dieter Maute, zeigt den generationsübergreifenden Einsatz der Familie Maute für den Kunstradsport und macht deutlich, warum Albstadt heute weit über die Landesgrenzen hinaus als einer der wichtigsten Standorte des internationalen Kunstradsports gilt.